Wer hat nicht gern den Duft von frischem Brot im Umfeld einer Bäckerei? Erinnert man sich da nicht an den Bäckermeister, der in Holzpantoffel, bekleidet mit kleinkarierter Hose, weißem Hemd, weißer Jacke und weißem rundem Käppi, auf der Schulter ein Blech mit frischem Backwerk in seinen Laden bringt? Noch gibt es sie, diese Bäckermeister!
Und auch in Ottendorf-Okrilla! Und hoffentlich noch recht lange! Acht Bäckereien gab es hier einmal. Vier haben die "Stürme der Zeit" und die drohende Industrialisierung überstanden, auch wenn ihre Gründer und Inhaber im Lauf der Jahrzehnte wechselten. Wann der erste Bäcker im Gebiet des heutigen Ottendorf-Okrilla seßhaft wurde, ist noch ein Geheimnis, das in den Akten der Archive verborgen ist. Der Chronist K. G. Dreßler nennt zwei Bäcker, die um 1730 heimisch waren und 1888 vier Bäckerein. Der 5. Bäcker begann 1893 sein Gewerbe aufzubauen. Er hieß Heinrich Moritz Schwerdtner. Sein Grundstück lag an der Chaussee nach Radeberg, auf linker Seite unmittelbar hinter der Brücke über die Orla.